Viele gute Ideen bekommen
Weberei-Bewerber Tim und Steffen Böning präsentieren Ergebnis ihrer Internet-Umfrage
Von Uwe Caspar Gütersloh (WB). Die Resonanz war beachtlich: Mehr als 200 Gütersloher beteiligten sich mit ihren Vorschlägen an dem von den Brüdern Tim und Steffen Böning initiierten Internetforum »Bürgerkiez« zum künftigen Betriebskonzept der Weberei. »Die vielen guten Ideen, die wir bekommen haben, beweisen, dass die Zukunft der Weberei den Leuten hier nicht egal ist«, freut sich Tim Böning. 
Bekanntlich sind die Brüder (»Wir sind gute Geschäftsleute und können auch brutto von netto unterscheiden«) einer von drei Bewerbern, die die Trägerschaft des insolventen Bürgerzentrums übernehmen möchten. Das Ergebnis ihrer Umfrage präsentierten sie am Dienstagabend im Parkbad mit Unterstützung des flott moderierenden Fernseh-Comedian Simon Gosejohann der Öffentlichkeit – vor rund 100 Gästen überwiegend der mittleren und älteren Generation. Die eingereichten Vorschläge fasste Tim Böning auf fünf Tafeln in fünf Kategorien zusammen: An erster Stelle Gastronomie (Unter anderem: »Anspruchsvollere Speisen«), danach folgen Kulturprogramm (»Ganztagesprogramm für alle Zielgruppen«), Partys (»Formate für Jüngere«), Ambiente (»Mehr Sauberkeit«) und Management/Professionalität (»Ruhe reinbringen, Kontinuität sichern und keine Experimente«).
Nachdem die drei übriggebliebenen Bewerber ihre Konzepte am Donnerstag vor Vertretern aller Ratsfraktionen, dem vorläufigen Insolvenzverwalter und der Verwaltung vorgestellt hatten, hat sich das als erstes Ergebnis herauskristallisiert. Im Anschluss an die Vorstellungsrunde hat die Auswahlkommission die vorliegenden Konzepte mit einem nach objektiven Kriterien aufgestellten Bewertungsverfahren beurteilt. Das sei in großer Übereinstimmung geschehen, hieß es gestern in einer Mitteilung der Kommission. An zweiter Stelle in der Reihenfolge stehen die Bewerbergemeinschaft Matthias Kirchhoff, Ben Hensdiek und Carsten Huhn, an dritter Stelle die Bewerbergemeinschaft Norbert Morkes, Christiane Ziegele, Dominik Klima und Frank Brune.
Die Brüder Tim und Steffen Böning warben öffentlich für ihr Konzept zur Übernahme der Weberei. Eingeladen waren die interessierten Bürger ins Parkbad. Draußen. Eine große Handvoll war gekommen. Immerhin liegt der Termin mitten in den Sommerferien.
Darüber informieren Morkes sowie seine Partner Frank Brune, Dominik Klima, Christiane Ziegele und nunmehr auch Markstedt in einer Pressemitteilung. Mit Tim und Steffen Böning, die in der Weberei einen Bürgerkiez planen, war das Gespräch nicht gesucht worden. „Daran haben wir nicht gedacht“, sagte Morkes der „Glocke“, ohne die Aussage weiter zu präzisieren. Ziel des Veranstalters und Kommunalpolitikers – der sich selbst für befangen erklärt hatte – war es nach eigenen Angaben, „mit den drei Gütersloher Bewerbergruppen im Sinne aller Beteiligten die für die Weberei beste Trägerlösung herbeizuführen“. Dazu waren sowohl Gespräche mit Markstedt als auch mit dem Trio geführt worden. Morkes: „Trotz intensiver Bemühungen ist es leider nicht gelungen, die Konzepte zusammenzuführen und eine einheitliche Bewerbung zur Übernahme der Webereiträgerschaft aufzustellen.“
Gütersloh. In das Rennen um die Trägerschaft der Weberei kommt jetzt nochmal Bewegung. Matthias Markstedt schließt sich der Bewerbergruppe um Norbert Morkes an, wie Radio Gütersloh meldet. Noch in der vergangenen Woche hatte Markstedt, Betreiber des Wapelbads, seine eigenständige Bewerbung zurückgezogen. Jetzt beteiligt sich Markstedt als gleichberechtigter Partner an Morkes Weberei-Konzept. In der vergangenen Woche sollen Gespräche für eine komplett einheitliche Lösung geführt worden sein. Die Bewerbergruppe um Matthias Kirchhoff wolle aber ihr eigenes Konzept beibehalten.
Gütersloh (WB). Wapelbad-Betreiber Matthias Markstedt will die Weberei nicht mehr übernehmen. Über Internet kündigte er in der Nacht zu Sonntag an, seine Bewerbung um die Trägerschaft zurückzuziehen. Statt dessen werde er künftig das von Norbert Morkes eingereichte Konzept unterstützen. Dazu wurden am Sonntag erste Gespräche geführt. Mit Matthias Markstedt zieht der aussichtsreichste Bewerber um die Weberei-Trägerschaft seinen Hut zurück. Nicht zuletzt die vehemente Kritik Markstedts am bisherigen Weberei-Träger, der Pari Sozial gGmbH, bestärkte eine Mehrheit aus CDU, Grünen, BfGT, FDP und UWG im April darin, den Pachtvertrag zu kündigen. Dem Vernehmen nach genoss Markstedts Genossenschafts-Konzept bis gestern das uneingeschränkte Vertrauen von CDU, FDP und Teilen der Grünen; offen ist das Abstimmungsverhalten der UWG.
Gütersloh (WB). »Weberei für alle!«, heißt der Leitsatz des Konzeptes von Kommunalpolitiker Norbert Morkes (BfGT) und seinem Team. In dem Plan, den er am Donnerstag vorgestellt hat, soll die Weberei zum Treffpunkt der Bürger und ein Haus der Generationen werden: nachhaltig, ökonomisch und sozial.
Gütersloh. Matthias Kirchhoff, Ben Hensdiek und Carsten Huhn haben in der Bewerbung um die Trägerschaft der Weberei gute Karten. Alle drei sind Geschäftsführer florierender Firmen, haben einflussreiche Persönlichkeiten an ihrer Seite und sind auf das Wohlwollen der Entscheidungsträger bedacht. Im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern Norbert Morkes (BfG), der vielen als Totengräber des Theaters gilt und der den Grünen nahestehende Matthias Markstedt (Wapelbad), der sich noch nie einen Maulkorb anlegen ließ. NW- Mitarbeiterin Anette Isringhausen sprach mit dem Trio über ihr Weberei-Konzept.
Das Rennen um die Nachfolge der Weberei-Trägerschaft bleibt spannend. Nachdem Matthias Markstedt bereits frühzeitig erklärt hat, die Weberei zu übernehmen, haben weitere Kandidaten ihre Bewerbungen abgegeben. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses (20. Juli) unseres Magazins wollten nunmehr drei ernstzunehmende Gruppierungen mit ihren Konzepten überzeugen. Über das sogenannte „Genossenschaftsmodell“ Markstedts hinaus bewirbt sich ein Team aus Privatleuten um Ben Hensdiek, Carsten Huhn (GTownMusicOWL) und Matthias Kirchhoff (GüterslohTV) um die Trägerschaft der Weberei. Den Kandidatenkreis erweitert darüber hinaus Nobby Morkes, der gemeinsam mit Frank Brune, Dominik Klima und Christiane Ziegele das Bürgerzentrum neu ausrichten möchte. GT-INFO-Chefredakteur Markus Corsmeyer traf sich mit den beiden neuen Interessentenkreisen und stellt die Konzepte detailliert vor.
Das Rennen um die Trägerschaft der Weberei wird spannend. Gestern hat Nobby Morkes (Noa Entertainment und BfGT-Chef) mit seinen drei Partnern sein Konzept unter dem Werbeslogan eine „Weberei für alle“ vorgestellt. Er ist einer von fünf Bewerbern. In vielem gleichen sich die bislang öffentlich gewordenen Konzepte: Sowohl Matthias Markstedt, als auch die Brüder Tim und Steffen Böning und das Team um Morkes wollen die Weberei als Bürgerzentrum stärker öffnen, neue Zielgruppen ansprechen, eine kompetentere Führung einsetzen. Ähnlich ist auch das Grundprinizip: die Gastronomie muss finanziell effizienter werden, um Non-Profit- oder auch defizitäre Defizite auszugleichen. Drei Säulen sollen die Weberei tragen: die Gastronomie, Veranstaltungen und kulturelle Events, Bildung und Soziales.
Mit der Devise „Weberei für alle – Treffpunkt der Bürger und Haus der Generationen“ gehen Nobby Morkes (Noa-Entertainment) und sein Team ins Rennen um die Vergabe des Bürgerzentrums. „Wenn die Weberei von einem genug hat, dann ist es Platz“, sagt Mitstreiterin Christiane Ziegele. „Wir werden Wege schaffen, alle Räumlichkeiten zu nutzen.“ Ziegele (47), Geschäftsführerin der Offenen Ganztagsschule Isselhorst, soll für den Bereich Bildung und Soziales zuständig sein. Den betriebswirtschaftlichen Part will Veranstaltungsmanager Dominik Klima (35) übernehmen. Für die Leitung der Gastronomie ist Frank Brune (42), der seit 2008 die Gaststätte „Vielfalt“ in Harsewinkel führt, vorgesehen.