Brief an das Jugendparlament Gütersloh

Hallo Herr Schwochow,
liebe Mitglieder des Jugendparlamentes,

für die Beantwortung meiner Zeilen vom 28.4. bedanke ich mich.
Ich kann gut nachvollziehen, dass im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit nicht alle Themen gleichzeitig in der ihnen gebührenden Weise bearbeitet werden können. Natürlich muss im Ehrenamt dann die Entscheidung zur Schwerpunktbildung den Ehrenamtlichen selbst überlassen bleiben. Das kann ich gut verstehen. Insofern sehe ich keinen Anlass, Ihre Tätigkeit grundsätzlich zu kritisieren.
Leider werde ich aber aus terminlichen Gründen an der nächsten JuPa Sitzung ebenfalls nicht teilnehmen können.
In unserer Initiative ´Demokratie wagen`, in der wir uns um eine stärkere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der jährlichen städtischen Haushaltsgestaltung bemühen, erleben wir die Knappheit der Ressourcen natürlich auch täglich.

Genau in diesem Punkt möchte ich Ihnen nun ein Anliegen der Initiative vortragen: Bei unserer letzten Sitzung ist grundsätzlich im weitesten Sinne, aber auch ein ganz konkreter Vorschlag dazu geäußert worden, Jugendliche in diese Art der Bürgerbeteiligung einzubeziehen. Nach unserem Kenntnisstand sehen schulinterne Lehrpläne des Faches Sozialwissenschaften in der Stufe 11 weiterführender Schulen die Beteiligung Jugendlicher in die Gestaltung der politischen Belange vor.
Wir haben inzwischen mit einzelnen Fachkonferenzen Kontakt aufgenommen und angefragt, ob die Beteiligung Jugendlicher in Fragen des städtische Haushalts nicht auch Gegenstand von Unterricht sein könnte. Von dort sind erste Reaktionen recht positiv gewesen; das Anliegen wird demnächst die eine oder andere Fachkonferenz beschäftigen. Wir glauben, dass mit einer stärkeren Einbeziehung außerschulischer Lernorte neben den Jugendlichen auch die Schulen sowie die örtlichen Gemeinschaft und der gesellschaftliche Zusammenhalt insgesamt profitieren können.

Da nach Ihrem Selbstverständnis, wie Ihrem Antwortschreiben an mich einmal mehr zu entnehmen ist, Jugendlichen in Gütersloh eine Chance zum politischen Engagement gegeben werden soll, Sie die Motivation dafür auch stärken wollen, sehen wir hier eine Chance, für und mit Jugendlichen ein konkretes Projekt zu starten. Die Jugendlichen, die Schülerinnen und Schüler mögen dann selbst beurteilen, ob und in welcher Weise sie ihre Interessen auch über diesen Weg in die Politik einbringen wollen und können.

Für einen Gedankenaustausch in den Bemühungen bei diesem Vorhaben möchten wir Sie- aber auch weitere Mitglieder des JuPa - zu unserer Sitzung, 29.6., 19.30 Uhr, in die Weberei einladen. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir in der Angelegenheit gemeinsam etwas auf den Weg bringen könnten.

Mit freundlichen Grüßen
Die BürgerInneninitiative ‚Demokratie wagen’

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