Pflicht zur Zukunft: Initiatoren der Klimawoche fordern mehr Tempo bei Klimaanpassung und Stadtbegrünung

  • 29 June 2026
  • jdroop

Gütersloh. Das Organisationsteam der 6. Gütersloher Klimawoche (12. September 2026) bestehend aus Anke Knopp. Martina Heidland-Hoppe, Lea Trapp, Felix Kupferschmidt und Jürgen Droop nimmt die aktuellen Maximaltemperaturen in der Stadt zum Anlass, an Forderungen und Lösungsansätze von rund 30 Gütersloher Initiativen und Einrichtungen zu erinnern.

Die aktuelle Hitzewelle macht für jeden spürbar, was der Klimawandel bedeutet. Hitze gilt schon heute als eine der größten gesundheitlichen Gefahren – und sie wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen, sagt Anke Knopp, die aus der Initiative "Demokratie wagen!" heraus der Klimawoche zuarbeitet.

Das Team weiter:
Wer an diesen Tagen durch die Gütersloher Innenstadt geht, kann beobachten, wie Menschen ganz intuitiv das Richtige tun: Sie gehen dort, wo Schatten ist. Sie verweilen unter Bäumen. Sie suchen Trinkspender und Wasserspiele auf.
Die Stadtgesellschaft selbst zeigt damit, was sie braucht: mehr Grün, mehr Wasser und mehr Orte, an denen Menschen auch an heißen Tagen gerne zusammenkommen. Jede Kommune ist ein Spiegel ihrer Haltung gegenüber den Menschen. Angesichts immer häufigerer und heftigerer Extremwetterereignisse ist klar: Der Klimawandel ist längst kein Erkenntnisproblem mehr, sondern ein Umsetzungsproblem.

Gleichzeitig wissen viele Bürgerinnen und Bürger noch zu wenig über die Möglichkeiten, wie ihre Städte wirksam auf die Folgen des Klimawandels reagieren können. Wir Initiatoren der Gütersloher Klimawoche fordern deshalb, den Klimaschutz konsequent fortzuführen und gleichzeitig deutlich stärker in Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung zu investieren. Dazu gehören konkrete Projekte im Stadtbild:

  • Die erste Rasenfläche am Berliner Platz soll zu einem klimaaktiven Hochbeetgarten mit Rankpflanzen oder einer U-förmigen grünen Wand umgestaltet werden. Auf dieser Grundlage soll eine Grobplanung erstellt und gemeinsam mit dem Architekten weiterentwickelt werden.
  • Der Mohnspark soll um die Fläche des Jahnplatzes erweitert werden.
  • Für jeden gefällten Baum sollen mindestens vier neue Bäume gepflanzt werden. Dafür könnten versiegelte Parkplätze rechts und links entsiegelt und begrünt werden.
  • Die Stadt soll transparent darstellen, welche Investitionen 2025 in den Ausbau des Rad- und Fußverkehrs und damit zum Schutz des Klimas erfolgt sind.
  • Ebenso soll offengelegt werden, welche Flächen kurzfristig entsiegelt werden können und welche öffentlichen Gebäude für Dach- oder Fassadenbegrünungen vorgesehen sind. Dem Verein Klimaoase muss viel werbende Unterstützung zukommen.
  • Das Prinzip der Schwammstadt muss konsequent umgesetzt werden: Regenwasser soll vor Ort gespeichert, genutzt und durch Bäume sowie Grünflächen wieder verdunstet werden, anstatt ungenutzt in die Kanalisation abzufließen. So etwas sollte exemplarisch mit den Frischwasserfontänen vor dem Theater umgesetzt werden - einer der heißesten Plätze in Gütersloh.
  • Besonderes Potenzial sehen wir auch im städtischen Förderprogramm „Grüne Gebäude Gütersloh“. Dieses soll deutlich offensiver beworben werden – beispielsweise durch eine öffentlich sichtbare, begrünt umrahmte Werbefläche als praktisches Beispiel.
  • Darüber hinaus soll das Gründachkataster des Kreises Gütersloh stärker in den Fokus rücken: Eigentümer geeigneter Gebäude sollen gezielt angesprochen und über Möglichkeiten und deren Förderung informiert werden.

„Die Pflicht zur Zukunft beginnt auf dem eigenen Grundstück" so Jürgen Droop vom Organisationsteam. "Städte müssten heute die Voraussetzungen schaffen, damit auch kommende Generationen in lebenswerten, klimaresilienten und sozialen Quartieren leben können. Klimaanpassung sei dabei keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern ein zentraler Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge."

https://klimawoche-guetersloh.de/2026/