Initiative für Glasfaserkabel
Gütersloh(WB). Die Initiative »Demokratie wagen« setzt sich für eine eigene Gütersloher Infrastruktur mit Glasfaserkabeln ein, um Daten in zeitgemäßen Geschwindigkeiten übertragen zu können. Das ist Inhalt eines Antrags an den Hauptausschuss, der am 25. August zusammenkommt. Die Politik möge beschließen, »dass bei allen Straßenbaumaßnahmen in Gütersloh, insbesondere bei kritischer Infrastruktur wie Bundesstraßen, Landesstraßen, Bahntrassen-, Autobahn- und Gewässerquerungen, ab sofort das Verlegen von mehreren DN-50-PE-Leerrohren (oder vergleichbaren PE-Rohren) zum Ausbau der Breitbandverkabelung durchzuführen ist als vorbereitende Maßnahme mit dem Zweck, die Versorgung mit schnellem Internet von mindestens 50 mBit/s für alle Bürger, Gewerbe und Industrie zu garantieren und zu verbessern.«
Immer wieder: Bei Massenthemen wird es im Ratssaal zu eng
"Demokratie wagen" diskutiert über Bürgerhaushalt.
Die seien notwendig, weil nicht nur in Gütersloh der Unmut über die Intransparenz politischer Entscheidungen kontinuierlich steige. Der am 26. November gestartete Bürgerhaushalt (Die NW berichtete mehrfach) sei ein Beleg dafür, dass die Gütersloher mitreden möchten und sich für ihr Gemeinwesen interessieren, so Knopp. "Es reicht den Menschen nicht mehr, in definierten Abständen ihr Kreuzzeichen zu machen." Diese Brisanz hätten die im Rat vertretenen Fraktionen erkannt. "Es war ein geschickter Schachzug der Politik sich hinter das Projekt zu stellen", sagt Knopp. Der Kreis, der in Gütersloh bestimme, wo es lang gehe, sei sehr überschaubar, wenn man bedenke, dass nur rund 1.400 Gütersloher ein Parteibuch hätten. "Wenn man von dieser Zahl die inaktiven Mitglieder abzieht, dann sind die rund 1.000 Menschen, die sich mittlerweile am Bürgerhaushalt im Internet beteiligten, ein Riesenerfolg", erklärt Fiedrich.
»Mitreden - Mitgestalten«: Unter diesem Motto lädt die Stadt Gütersloh ihre Einwohner zur Beteiligung am Bürgerhaushalt 2011 ein. Auf einer eigens eingerichteten Internet-Plattform haben die Gütersloher ab Ende November drei Wochen lang die Möglichkeit, Bewertungen, Kommentare und eigene Vorschläge zum Haushalt einzubringen.
"An der Bildung sparen wird teuer", "Wer lesen kann ist klar im Vorteil" oder "Wir wollen Bücher, kein Entertainment", hatten die Schüler auf die Plakate geschrieben, die zahlreich vor dem Rathaus wehten. Während einige der Jugendlichen noch schmunzeln konnten, stand den meisten Beteiligten Wut und Unverständnis deutlich ins Gesicht geschrieben. "Durch die Einsparungen geht ganz klar die Chancengleichheit verloren. Das bestürzt viele Eltern und Lehrer", betonte Christiane Henkenjohann, Mitglied der Elternpflegschaft in der Klasse 6a an der Geschwister-Scholl-Realschule. In der Mediothek der Schule würden die Klassen 5 und 6 bereits früh lernen, selbstständig Themen zu erarbeiten und Referate vorzubereiten. "Wenn es kein Geld mehr gibt, fällt die Lernwerkstatt weg", so Henkenjohann. Sie und viele andere Eltern seien wütend, dass gerade hier, bei der Jugend, gestrichen würde.