7.515 Unterschriften als Appell
Protest gegen Kürzungen in der Stadtbibliothek und in den Schulbibliotheken
Gütersloh. Das Ergebnis nach nur knapp vier Wochen spricht Bände. Zwei prall gefüllte Aktenordner mit insgesamt 7.515 Unterschriften gegen die Kürzungen in der Stadtbibliothek und den Schulbibliotheken wechselten gestern den Besitzer. Elke Corsmeyer, Vorsitzende des Gütersloher Literaturvereins, übergab die Sammlung an Bürgermeisterin Maria Unger und Bildungsdezernent Joachim Martensmeier. Weitere Aktionen sind angekündigt.
Dabei ist die Zahl 150 schon großzügig bemessen. Denn darunter fallen auch Ratsherren und die von ihnen mobilisierten Mitglieder aus Partei- und Jugendorganisationen. Sie setzten sich in den drei Arbeitsgruppen dafür ein, dass ihre bereits im Rat vertretenen Meinungen zum Haushalt nun auch als formell ermittelte »Bürgermeinung« gelten kann. Ohne diese herbeiorganisierten Teilnehmer hätte die Anhörung auch im nah dabei liegenden Café Fritzenkötter stattfinden können.
Rund 150 Gütersloher nahmen die Einladung an, darunter etliche dienstlich anwesende Verwaltungsmitarbeiter und ehrenamtlich beobachtende Kommunalpolitiker. Deshalb zeigte sich eine Teilnehmerin „überrascht, wie wenig Normalbürger“ gekommen seien. Ein anderer fand, Kinder, Senioren und Ausländer seien unzureichend vertreten. Es wurde aber auch auf die wiederholte öffentliche Ankündigung verwiesen: „Jeder konnte es wissen.“
Start für eine neue Dialogkultur zwischen Bürgern, Politik und Verwaltung: Rund 150 Teilnehmer und Teilnehmerinnen folgten am Samstag der Stadt Gütersloh auf ihre Einladung zum „Mitreden beim Haushalt 2010“ ins Städtische Gymnasium Gütersloh. Das ist keine repräsentative Größe, aber das Engagement, die Aufmerksamkeit und die Konzentration, mit der die Bürger und Bürgerinnen in „Themen-Werkstätten“ und im Plenum diskutierten, kann auf jeden Fall als Ermutigung verstanden werden, den Weg in die Aufstellung eines Bürgerhaushalts im nächsten Jahr weiter zu gehen. Die Bürgerversammlung sei ein erster Schritt, nicht mehr und nicht weniger, betonte Bürgermeisterin Maria Unger in ihren Grußworten. Sie wollte eine Diskussion „auf Augenhöhe“. Unger: „Sie erleben uns heute als lernende Verwaltung, die Ihre Beiträge nicht nur im Herzen bewahrt, sondern auf jeden Fall in die weitere Haushalts-Diskussion einbringt.“