ZurückGeblickT: Was sich die Stadt leisten will
Von dem Redaktionsmitglied GERRIT DINKELS
Die Diskussion um das Hallenbad wird uns noch, eine Weile beschäftigen. Wie kam es dazu? Am Anfang stand eine Mängelliste, die das Hallenbad an der Herzebrocker Straße marode aussehen ließ. Der dama-lige Geschäftsführer Lorenz Siepe und Bäderchef Michael Sucker erklarten 2010, das Bad müsse bei einer Sanierung komplett entkernt und neu aufgebaut werden: mit Heizzentrale, Installationen, Leitungen und vor allem auch einem energetischen Upgrade. Im Bestand zu arbeiten, sei überdies teurer als neu zu bauen. Die Kosten für eine Sanierung bezifferte Siepe auf gut 5,2 Millionen Euro. Allein — das Gutachten hat bis heute niemand gesehen.
Der Sanierung wurde die Sparvariante einer Schwimmhalle am Nordbad gegenübergestellt für knapp 3,4 Millionen Euro. Nach Protesten ist davon keine Rede mehr Schon jetzt steht fest: Selbst ohne Sprung-turm, aber mit Lehrschwimmbecken, würde ein Neubau die Sanierungskosten erreichen. Denn zu den reinen Hallenkosten gesellen sich am Nordbad Ausgaben fiir Umkleiden und Duschen. Mit Sprungturm durften sich die Kosten Richtung sechs statt fünf Millionen Euro bewegen. Wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen, und damit darf Geschäftsführer Ralf Libuda nicht lange hinter dem Berg halten, muss die Debatte — wie versprochen — neu geführt werden: Was gehört zu den "Grundbedürfnissen der öffent-lichen Daseinsvorsorge“, was will sich die Stadt leisten? Und weniger Komfort für mehr Geld, das kann eigentlich nicht sein.