Weiterhin Bürgerhaushalt in Gütersloh
Gütersloh (hko). In Gütersloh wird es auch in diesem Jahr einen Bürgerhaushalt geben. Nach einer langen Diskussion im Hauptausschuss und einer überraschenden Abstimmung setzten sich SPD, Grüne und Linke gestern mit ihrem Vorschlag auf eine Weiterführung im anonymen Verfahren durch. Lediglich die Vertreter der UWG und FDP waren gegen die Fortführung.
Enthaltungen gab es von der BfGT und von der CDU, die noch vor einer zehnminütigen Unterbrechung bloß eine extrem abgespeckte Variante unterstützten wollte.
CDU-Fraktionschef Heiner Kollmeyer hätte sich von der Verwaltung eine klare Vorgabe gewünscht. Doch diese hatte in ihrer Vorlage nur das offensichtliche Scheitern des Verfahrens festgestellt, über die Zukunft des Bürgerhaushalts sollte die Politik entscheiden. Die CDU argumentierte dabei bis zur Abstimmung für die Variante 3: Bürgervorschläge per Email und ohne Abstimmungsmöglichkeit. Dies mache der Verwaltung am wenigsten Arbeit. Genauso sah es angesichts der Haushaltskonsolidierung Peter Kalley (UWG). Von Befürwortern zu Skeptikern habe sich die BfGT entwickelt, sagte Norbert Morkes. Seiner Meinung nach seien die Themen ausgereizt und das Kosten-Nutzen-Verhältnis unausgeglichen. Für Wolfgang Büscher (FDP) seien die Möglichkeiten der Plattform "sehr gering".
Zweifel der Beigeordneten
Anke Knopp von der Bürgerinitiative "Demokratie wagen" war nach der Sitzung froh, dass der Bürgerhaushalt nicht leichtfüßig aufgegeben werde.
Für Gütersloh hatte die 1. Beigeordnete Christine Lang den Nutzen eines neuerlichen Bürgerhaushalts für den Etat 2013 deutlich angezweifelt. Nun wird die Stadt ab dem 25. August den Weg frei machen: für die dritte Runde Bürgerhaushalt.
Dabei sei die CDU grundsätzlich entscheidungsoffen gewesen, betonte Kollmeyer. "Wir waren nicht euphorisch dafür, aber auch nicht die, die alles kaputt machen." Er und die anderen Christdemokraten hätten die Wortbeiträge abgewartet und sich bei der Abstimmung nach nach der Sitzungspause und einer Diskussion mit den Plattformpartnern schließlich enthalten. Für ihn sei dies "keine 180Grad-Wendung". Die CDU sei nur mit weniger Herzblut beim Bürgerhaushalt gewesen als die Grünen, die wie die SPD und die Linke vehement für einen erneuten Bürgerhaushalt plädierten. Etwas enttäuscht sei er gewesen, "dass die Verwaltung keinen klaren Vorschlag gegeben habe".
"Wir können damit leben", sagte Lang. Dies ändert nichts daran, dass sie sich besonders die Frage gestellt habe, inwiefern die Abstimmung gebraucht werde und was diese bringe: "Für mich gesagt, hat diese keine Rolle gespielt." Allerdings sei auch die Verwaltungsvorlage ohne eine klare Beschlussempfehlung ein interner Kompromiss gewesen, sagte Lang. Bei der Stadt habe es dabei die gesamte Bandbreite an Meinungen zum Ideen-Haushalt gegeben - von großer Kritik bis zum positivem Votum. Nicht zuletzt hatte Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) gemeinsam mit den anderen Genossen für die Fortsetzung des Bürgerhaushalts gestimmt.