Nehmt nicht alles hin!
Zum Widerstand gegen die geplanten Kürzungen im Haushalt 2010 der Stadt Gütersloh ruft diese Leserin die Gütersloher Bevölkerung auf.
Es ist schon sehr interessant, was man mit Gütersloher Bürgern alles so machen kann. Sie sind brave Bürger, die wenig protestieren. Aber irgendwann ist es auch dem Gütersloher mal zu bunt, und ich hoffe, dass dieses jetzt mal der Fall ist! Einige wenige melden sich ja schon zu Wort. Nur Mut.
Wir leisten uns ein Theater, das die Mehrheit aus Kostengründen ablehnte. Keiner weiß, wie man die jährlichen Kosten demnächst schultern soll. Die Vereine werden totgespart. Kindergärten werden so teuer, dass manch einer über eine Betreuung zu Hause nachdenken muss. Klassen putzen, streichen und nach Wegfallen von Hausmeisterstellen möglichst auch noch den Schulhof fegen. Sich überall engagieren, in Schulen, in Vereinen, der Jugendarbeit . . . natürlich ehrenamtlich. Der Hund, der acht Jahre ein normaler Hund war, wird jetzt auf einmal ein gefährlicher Hund und somit zur lukrativen Einnahmequelle. Die Grünanlagen können aus Kostengründen nicht mehr gepflegt werden. Was kommt als Nächstes? Wann kostet der Stadtpark Eintritt?
Aber was dem Fass den Boden ausschlägt, ist die vorgesehene Streichung der Schulbibliothekarinnen. Die Schulbibliotheken sind das Herz der Schule, für alle zugänglich und auch stark frequentiert. Nach „Pisa“ sollten sich die Damen und Herren im Rathaus mal fragen, was so eine Streichung bedeuten würde – aber vielleicht kann man ja zum Überlegen nochmal jemanden für viel Geld damit beauftragen. Ein wichtiger Punkt in unserer Gesellschaft ist die Bildung der Kinder – sie sind unsere Zukunft!
Aber vielleicht ist das ja auch gar nicht gewollt, damit sie später den Mund halten und alles schön hinnehmen. Vielleicht sollten Schüler, Lehrer, Eltern und alle Interessierten am Tag der Theatereröffnung mal dort hingehen und schauen, wer uns das alles einbrockt. Denn diese Leute werden ja bestimmt auch dort sein und sich feiern lassen. Da gibt es ein großes Publikum!
Gütersloher, wacht doch endlich auf und nehmt nicht alles hin!