Beim Sparen helfen

Quelle: 
Neue Westfälische, vom 27.01.2010

CVJM und Kirchengemeinde lehnen geplante Kürzungen ab / Eigenes Konzept
Gütersloh (NW). Den Gütersloher Jugendverbänden drohen im Zuge der Haushaltseinsparungen für 2010 drastische Zuschusskürzungen. Der CVJM, ebenfalls betroffen, legt Stadtverwaltung und Politikern nun ein eigenes Konzept zur Einsparung vor. Darin signalisieren auch die Ehrenamtlichen der Jugendarbeit ihre Bereitschaft, der Stadt beim Sparen zu helfen.
In einem öffentlichen Schreiben des CVJM heißt es: „Wenn die Stadt sämtliche Zuschüsse für die Jugendarbeit streicht, würden nicht nur die Betriebskostenzuschüsse, die Pauschale für Ehrenamtliche und der Zuschuss zu Materialkosten wegfallen, sondern auch die Zuschüsse zu Aus- und Fortbildungsmaßnahmen und Ferienfreizeiten.“ Jugendpfarrer Hans-Jörg Rosenstock kritisiert vor allem die Ungleichbehandlung mit anderen Bereichen, wie Sport oder Kultur, in denen nur 20 Prozent gespart werden soll. Für die 170 ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Jugendarbeit des CVJM und der Kirche sei dies eine Abwertung ihres Engagements.

„Konkrete Einsparungen sind möglich, auch ohne dass das Ehrenamt gefährdet wird“, erklärt Florian Karcher, Jugendreferent beim CVJM und evangelischer Kirchengemeinde.
Konkret fordern CVJM und Kirche zunächst die Aussetzung der Kürzungspläne für das Jahr 2010. „Diese Pläne sind einfach zu kurzfristig.“ Die Jugendverbände seien schon zahlreiche Verbindlichkeiten eingegangen und die Preise für Schulungen und Freizeiten kalkuliert.
Ab 2011 seien verträgliche Kürzungen hingegen möglich. Die Vertreter der evangelischen Jugendarbeit sehen Einsparmöglichkeiten vor allem bei den Betriebskostenzuschüssen (50 Prozent) und den Materialkosten. Die Mitarbeiterpauschale könne um 20 Prozent gekürzt werden, die Freizeitzuschüsse pro Tag und Person auf zwei Euro. Die Zuschüsse von Aus- und Fortbildung der Ehrenamtlichen sollten allerdings erhalten bleiben. Auch die Ehrenamtlichen Mitarbeitenden des CVJM wollen beim Sparen helfen. Die Inhaber der Jugendleiterkarte hatten bisher jährlich 50 Euro von der Stadt als Aufwandsentschädigung erhalten. Das Konzept des CVJM sieht hier eine Kürzung um 20 Prozent vor. „Wir helfen gerne beim Sparen – aber es muss für alle gerecht sein“, erklärte Rebecca Wilson, die seit vielen Jahren ehrenamtlich im CVJM aktiv ist.

CVJM und die Kirchengemeinde fordern die Beteiligung der Jugendverbände bei der konkreten Ausarbeitung der Sparmaßnahmen. Mit ihren Vorschlägen sei es möglich, mehr als 20 Prozent zu sparen, ohne die Jugendarbeit in Gütersloh zu gefährden. In den Jugendverbänden seien mehrere hundert junge Menschen ehrenamtlich aktiv, und weit über tausend Kinder und Jugendliche würden mit den Angeboten erreicht. Diese Arbeit sei ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft „und eine Investition in die Zukunft – auch dieser Stadt“.
Vorgeschlagen wird, dass die Verwaltung die Jugendverbände in der ersten Jahreshälfte zu einem Workshop einlädt, in dem die Kürzungen gemeinsam beraten werden.