7.515 Unterschriften als Appell

Quelle: 
Neue Westfälische, den 24.02.2010

Protest gegen Kürzungen in der Stadtbibliothek und in den Schulbibliotheken
Gütersloh. Das Ergebnis nach nur knapp vier Wochen spricht Bände. Zwei prall gefüllte Aktenordner mit insgesamt 7.515 Unterschriften gegen die Kürzungen in der Stadtbibliothek und den Schulbibliotheken wechselten gestern den Besitzer. Elke Corsmeyer, Vorsitzende des Gütersloher Literaturvereins, übergab die Sammlung an Bürgermeisterin Maria Unger und Bildungsdezernent Joachim Martensmeier. Weitere Aktionen sind angekündigt.

"Bitte verstehen Sie diese Sammlung als Appell, weiter in die Bildung und die Zukunft der Kinder und somit auch unserer Stadt zu investieren", sagte Corsmeyer, die sicher ist, bald 10.000 Unterschriften zusammen zu haben. Gemeinsam mit Schülern und Elternvertretern der Hauptschule Nord, des Evangelisch-Stiftischen Gymnasiums, der Janusz-Korczak-Schule und der Freiherr-vom-Stein-Schule war sie gestern Vormittag ins Rathaus gekommen, um die Unterschriften zu übergeben. "Das ist eine beachtliche Zahl und zeigt, wie groß das Interesse an Bildung ist", sagte Bürgermeisterin Unger im Gegenzug. Sie versprach, die Sammlung an den Bildungsausschuss weiterzugeben, der sich am 2. März trifft, damit dieser sich mit der Thematik weiter befassen kann.
Dezernent Joachim Martensmeier begrüßte die Aktion, da sie sich für etwas positioniert und sich nicht gegen etwas richte. "Es ist eine andere Form der Bürgerversammlung", sagte Martensmeier, und Corsmeyer bestätigte seinen Eindruck, indem sie die Aktion als "Sympathiebekundung" bezeichnete.
Bürgermeisterin Unger bat um Verständnis für den momentanen Sparkurs. "Unser Ziel ist es, die Haushaltssicherung zu vermeiden und somit unsere Handlungsfähigkeit zu erhalten. Ob uns dies gelingt, werden die nächsten Wochen zeigen", sagte Unger.

"Das Ende der Fahnenstange ist erreicht", sagte Olaf Grumbach, Schulpflegschaftsvorsitzender der Anne-Frank-Schule. Die derzeit zur Streichung im Raum stehenden 600.000 Euro für die Stadtbibliothek und 280.000 Euro für das Personal der Schulbibliotheken seien einfach zu viel. Als Grumbach von der geplanten Aktion des Literaturvereins, der die Stadtbibliothek finanziell unterstützt, erfuhr, informierte er sofort die anderen Schulen. Schließlich unterschrieben nicht nur Mitglieder des Literaturvereins oder Angehörige der Schulen, sondern auch zahlreiche Bürger, die in verschiedenen Geschäften die ausgelegten Unterschriftenlisten mit ihrem Namen füllten.